„Hunger Games“ – Betrogene Abiturienten

Der Film zu „Hunger Games“ lief in deutschen Kinos im März 2012 an.  Damit war er vielen Schülern bereits in Thematik und Problematik bekannt, als er 2 Jahre später zum Abitursthema wurde. Man übertreibt wohl nicht, wenn man sagt,  daß alle anderen Schüler, die den Film nicht kannten, also nicht gesehen hatten, im Hintertreffen waren.

Damit beging das KuMi bereits zum 3.  Mal denselben schweren Fehler, der für viele Prüflinge eine Benachteiligung bedeutete. Warum? Wer die Thematik des Films aus eigener lebendiger Anschauung kannte – weil er den Film gesehen hatte – hatte den Riesenvorteil: er hatte den Überblick. Während der Prüfling, der zum ersten Mal per Prüfungsaufgabe von diesem Film hörte, nur vor einem kurzen Textausschnitt saß, mit einer schlappen, kurzen Einführung in die Situation der Protagonistin. Das war nur ein Furz, und nützte fast gar nichts.

Auf diesem wackligen Gerüst  versucht der Prüfling, irgendetwas zustande zu kriegen, was dem Thema gerecht wird. Er befindet sich in der Lage eines Trainers einer Fußball-mannschaft, der erst 5 Minuten vor Start des Spieles erfährt, wer die gegnerische Mann-schaft ist, wie sie aufgestellt ist, oder welche Taktik sie bevorzugt.

Das Ministerium ist nicht gerade gespickt mit Denkern. Oder mit Leuten, die sich Gedanken machen, um es milde auszudrücken. Solch mißlungene Themenauswahl vollzieht sich nun zum wiederholten  Mal seit der Zeit, wo wir dieses hirnlose Geschehen verfolgen. Die ersten beiden Male betraf es Auszüge aus The Queen und dann My Sister’s Keeper.

Natürlich kann man behaupten, ein Auszug aus irgendeinem literarischen Text könne ja auch längst einigen Schülern ebenso bekannt sein, z. B. aus Oliver Twist oder Brideshead Revisited. Ziemlich unrealistisch. Wahrscheinlicher ist, daß man ins Kino geht, um sich den neuesten Kassenschlager anzusehen.  Aber eben nur wer den Film gesehen hat, ist im Bilde, und das ist wörtlich zu nehmen. All diejenigen, die nur konfrontiert sind mit einer kargen Einführung des MSW zur Situation im Film und mit einem ebenso kargen Textausschnitt, ist im Hintertreffen. Diese Klausur ist ein weiteres Beispiel für die im  MSW grassierende Demenz in der Einschätzung des Machbaren.

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Über Saint Paul

Kontaktmail für die Gruppe Saint Paul: qualitaetssicherung@gmx.com
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