Verordnetes Chaos

Die Ansprüche des Oberstufen-Englischunterrichts und des Englisch-Abiturs in NRW sind in den vergangenen Jahren ins Astronomische gewachsen. Nicht nur sind die Texte fast immer zu akademisch, die Aufgabenstellung wird stetig unverständlicher, ist sorglos formuliert, verlangt zuviel an Voraussetzungen und tut so, als ob die meisten Schüler aus Familien kommen, in denen Papi Professor für Anglistik ist. Das sagen wir, ein Team aus erfahrenen Englischlehrern, die wissen, wovon sie reden. *)

Bei dem Textangebot für das Abitur hat man zuweilen den Eindruck, nicht ein Anglist habe die Aufgabe verfaßt, sondern ein Hausmeister mit Abendschul-Englisch. Klingt übertrieben?  Dann lesen Sie hier: Qualitätsmanagement mit Nachbesserungsbedarf

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*) Die Autoren dieses Teams bleiben so lange ungenannt, wie es die Aufgabensteller und Qualitätsmanager des MSW sind. Wer unverantwortliches Chaos produziert – wie es das MSW tut – und dabei auf ganzer Linie aus Hinterzimmern agiert, muß damit rechnen, daß professioneller Protest auch vorläufig verdeckt operiert. Unsere Leser bitten wir dafür um Verständnis.

 

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4 Antworten zu Verordnetes Chaos

  1. Anonymous schreibt:

    Wer hat behauptet das Englisch als Fach an Gymnasien nur dazu dient Sprachkompetenz zu erlangen? Wer nach 10 Jahren Englischunterricht immernoch an der sprachlichen Kompetenz scheitert sollte villeicht nicht in einem gymnasialen GK oder LK sitzten. Die Alternative ist das wir unsere Abiturprüfung weiter aufweichen, die Konsequenz sehen wir dann an den Universitäten, immer mehr Studenten aber weniger Abschlüsse.
    Was die Leute dann von einem Abitur haben, was sie nicht auf die universitären Anforderungen aber auf die Ausbildung zur Hotelfachfrau vorbereitet möge sich jemand anderem erschließen.

  2. Munro schreibt:

    Yes, it’s Abitur season again in good old NRW, promising Fun & Games once more for the political-educational establishment at the expense of the forthcoming generation in the region.
    Why Fun & Games?…basically because the Abitur structure provided has nothing to do with the degree of English language competence required in the great real world outside apparently beyond the ken of the NRW education authorities.
    Firstly, I take issue with the way in which school students are confronted in the most important exam of their school career with a piece of complicated modernistic poetry of dubious merit as material with which they have to prove their ability in English. I am referring to the poem by John Agard presented in the LK exam 2015. All those years spent in class, only to be faced in the eleventh hour with this choice of text!
    The ultimate cynicism reflected in this choice of text is the copious guidance provided for the school staff involved in assessing the exam scripts. As an ex-university academic, I doubt that many of those involved in this task could cope on their own without these Brave New World guidelines.
    Secondly, I take issue with the apparent attitude adopted by exam selection boards towards the teaching of standard core English. I have viewed over the years a large number of Abitur essays and been struck by the relative poverty of the students’ use of English as compared to the degree of sophistication expected of them in dealing with the topic at hand.
    Finally, the text in question may serve to impress NRW’s political establishment on the basis of the text’s implied ‘anti-imperialist’ stance and the apparent level of cultural sophistication, but it fails to serve the needs of the students concerned and in the long run of society at large.

  3. Alexander schreibt:

    Ich kann dem nur zustimmen. Meiner Meinung nach sollte die sprachliche Kompetenz viel mehr gefördert werden. In anderen Ländern wie bspw. den Niederlanden wird nicht einmal ein Summary verlangt und alle Aufgaben sind auf Niederländisch gestellt.

  4. Wolfgang Butzkamm schreibt:

    „Professor für Anglistik“. Da fühl ich mich angesprochen. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass unsere Wissenschaft unter dem Druck des publish or perish allzu oft nur die fachsprachliche Verkleidung und Verklausulierung von längs Bekanntem ist. Meist geht es einfacher und klarer. Das sollte man nicht nur bei Prüfungsfragen beachten, aber da erst recht.-
    „Aus Hinterzimmern agieren“ Das gilt auch für die Richtlinienverfasser. Genau das gilt es anzuprangern. Sie sollten sich der Kritik stellen, dann kann man sie auf ihren mangelnden Kenntnisstand persönlich ansprechen. Und sie müssten persönlich Rede und Antwort stehen.

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